Herzlich willkommen,bienvenido, accueillir, welcome, Benvenuto, at: hamlet, let ´s talk about the vision of acting!
Mein Name ist Nora Somaini. Seit 18 Jahren unterrichte ich Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH). Ich habe auf allen Ausbildungsstufen gearbeitet: von Anfängern bis zu Profis. Meine Erfahrung als Regisseurin auf der Bühne und im Film ist mir sehr hilfreich für die Reflexion über das Schauspiel. Ich beginne heute, mich mit dieser komplexen Kunstform auseinanderzusetzen. Meine Reflexionen verbinden soziale Aspekte und Schauspieltechniken mit neuen Erkenntnissen der Neurowissenschaften über das Gehirn und die menschliche Fantasie. 23.1.2026 Algermissen / Deutschland
My name is Nora Somaini. I have been teaching acting since 18 years on the institution “ Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover / HMTMH “. I worked in every level of education for acting: beginners and professionals. My experience as a director on stage and in film are very helpful for reflection on acting, I am beginning to reflect on this complex art form today. My reflections will combine social aspects and acting techniques as well as new information of neuroscience about the brain and the human fantasy. 23.1.2026 Algermissen/ Germany
Hamlet Zit. Übers. Gosch/Schanlec -:
O welch ein Lump und Bauerntölpel bin ich.
Kann man es fassen, dieser Schauspieler,
Der nichts erlebt hat, Leidenschaft erträumt,
zwingt seine Seele nur durch Phantasie,
Sich so zu regen, dass sein Antlitz blass wird,
Er weint, Verzweiflung zeichnet seine Züge,
Die Stimme bricht, sein ganzes Wesen formt sich
Der Phantasie entsprechend, und wozu?
Für nichts! Für Hekuba!
Was ist ihm Hekuba, was ist er ihr,
Dass er sie so beweint? Was täte er,
Hätt er zur Leidenschaft Motiv und Stichwort
Wie ich? In Tränen ging die Bühne unter,
Sein Ausbruch würd die Ohren bersten lassen,
Wen Schuld trifft quälen, den ohne Schuld entsetzen
Schockieren den Naiven, ja betäuben
Die ganze Fassungskraft von Aug und Ohr.
Lump und Bauerntölpel:
Hamlet setzt sich und seine Fähigkeiten weit unter die hohe Kunst der Schauspielerei. Er bewundert die emotionale Berührbarkeit* und Durchlässigkeit, so wie den unabdingbaren Mut des Spielers / Spielerin in seiner Spielsituation, im Gegensatz zu seiner persönlichen Verzagtheit. (Depression?)
Das Schauspielen, wird von Hamlet, als die Meisterschaft der existenziellen Darstellung von Leid, Wut, Rache und Erlösung, einerseits beschrieben, als auch die Fähigkeit des Spielers/Spielerin, die Zuschauer zu berühren, in dem sie das emotionale Erlebnis so zulassen können, dass eseinerseits sie selber berührt, aber nicht traumatisiert und den Betrachter ebenfalls berühren kann.
Das wiederum bedeutet, dass diese Spieler, die ideale Mischung von emotionaler Kraft und gleichzeitiger Leichtigkeit und Durchlässigkeit beherrschen. Deshalb teile ich die Bewunderung von Hamlet für diese Spieler. Sie beherrschen die Technik des Schauspielens offensichtlich auf einem sehr hohen Niveau, oder aber sie haben in Hamlet einfach nur einen sehr dankbaren Zuschauer, der egal wie gut die Darstellung ist, ähnlich einer Daily Soap, jemanden der sich identifizieren will, koste es was es wolle.
Diese Frage, ist eine für mich heutige und sehr relevante:
Bestimmen die Zuschauer, durch ihre Disposition und ihren Zeitgeist, was der Spieler/die Spielerin anbietet? Riskieren darf auf der Bühne? Wer formt hier wen?
Berührbarkeit*: Berührbarkeit bezeichnet die Eigenschaft, physisch, emotional berührt, bewegt oder beeinflusst zu werden. Sie ist der Ausdruck von Offenheit, Verletzbarkeit und Resonanz und Empathie ermöglicht.
Contact : Nora Somaini nsomaini@yahoo.com